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Die Roma

Woher kommen die Roma in Europa?

Als Roma werden mehrere Völker bezeichnet, die ursprünglich aus dem Nordwesten des indischen Subkontinents stammen und von dort um 500 n. Chr. Richtung Westen migriert sind. Seitdem siedeln sie in ganz Europa, wo sie seit Jahrhunderten immer wieder als ethnische Minderheit unterdrückt und verfolgt werden.

Die internationale Flagge der Roma zeigt Himmel und Erde sowie ein Chakra, um die indische Herkunft der Ethnie zu symbolisieren.

Die internationale Flagge der Roma zeigt Himmel und Erde sowie ein Chakra, um die indische Herkunft der Ethnie zu symbolisieren.

Diese Volksgruppen zusammen bezeichnen sich als Sinti und Roma, die Roma sind dabei diejenigen, die im ost- und südosteuropäischen Raum angesiedelt sind.
Wie viele Roma in Europa und weltweit leben, lässt sich kaum schätzen. In Süd- und Südosteuropa stellen sie eine bevölkerungsreiche Minderheit dar, während in Deutschland nur etwa 70.000 Roma mit deutschem Pass leben.

Die Sprache Romanes

Die Roma sprechen Romanes (auch Romani), eine Sprache, die den indoarischen Sprachen und dem Sanskrit verwandt ist. Da Roma weit über Europa verstreut leben, bildet ihre Sprache eine Vielzahl sehr unterschiedlicher Dialekte aus. Meist wird Romanes nicht alleine gesprochen, sondern nur als Zweitsprache neben der Landessprache. Da sie vor allem der mündlichen Verständigung dient und nie die Amtssprache stellte, sind keine schriftlichen Zeugnisse auf Romanes bekannt.

Roma als „fahrendes Volk“

Die Roma wurden im Volksmund auch lange als „Zigeuner“ bezeichnet. In romantischen Vorstellungen sieht man sie als „fahrendes Volk“, und ein romanisches Wort soll den Jenischen ihren Namen gegeben haben. Auch wenn die Roma nicht mehr oder weniger sesshaft sind als andere Bevölkerungsgruppen, mussten sie im Mittelalter tatsächlich immer wieder den Ort wechseln. Zwar konnten sie Schutzbriefe bekommen und sich so frei bewegen, doch wurden sie immer wieder gezwungen, auf der Suche nach besseren Überlebenschancen weiterzuwandern.
Durch die Jahrhunderte hinweg setzte sich die Vertreibung immer wieder fort, sodass Roma bis heute immer wieder gezwungen sind zu fliehen, um der Verfolgung – zuletzt in einigen osteuropäischen Ländern – zu entgehen.

Verfolgung der Roma

Zeitgleich mit dem wachsenden Antisemitismus entwickelte sich in der frühen Neuzeit auch ein religiös motivierter Antiziganismus, der eine mindestens 600-jährige Geschichte der Verfogung der Roma einleitete. In der NS-Zeit wurden Roma und Sinti aus rassistischen Gründen verfolgt und ermordet. Auch heute noch fallen sie sogenannten „ethnischen Säuberungen“ zum Opfer, wie zuletzt im Kosovo-Krieg.