sinti.org

Flüchtlinge

Vom Beginn der Menschheit an, hat es Flüchtlinge gegeben. Immer schon haben Menschen ihre angestammte Heimat verlassen, um in der Fremde ein neues Zuhause zu finden. Sie wurden durch Naturkatastrophen, durch Kriege und Verfolgung dazu gezwungen, manchmal gingen sie aber auch freiwillig, weil sie anderswo ein leichteres und besseres Leben erhofften.

Wer ist im politischen Sinn ein Flüchtling?

Nach der Genfer Konvention ist ein Flüchtling “eine Person, die aus begründeter Furcht vor Verfolgung sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt und den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen kann oder wegen dieser Befürchtungen nicht in Anspruch nehmen will”. Diese Definition schließt Menschen, die aus wirtschaftlichen Gründen ihr Land verlassen, damit als Flüchtling aus. Bei solchen Personen spricht man von Migranten. Ob ein Land Migranten aufnimmt oder nicht, entscheidet es nach eigenem Recht, Flüchtlinge müssen nach internationalen Abkommen aufgenommen werden. Die meisten Flüchtlinge, die in den letzten beiden Jahren nach Deutschland kamen, stammen aus der Russischen Föderation (20 Prozent), aus Syrien (10 Prozent), aus Afghanistan (8 Prozent), aus dem Iran und dem Irak (je 5 Prozent).

Sind die Zigeuner Flüchtlinge oder Migranten?

Auf alle Fälle sind die in letzter Zeit zahlreich nach Deutschland strömenden Zigeuner (richtigerweise Sinti und Roma) Armutsflüchtlinge. Sie kommen vor allem aus Bulgarien und Rumänien und sie wollen dort weg, weil sie arm und hoffnungslos sind. Ganze Großfamilien-Verbände machen sich auf den Weg ins “gelobte Deutschland”. Aber auch hier sind sie nicht willkommen, die Städte, in denen sie massenhaft eintreffen, sind überfordert, der soziale Frieden oft gestört, arbeiten dürfen sie nicht, selbst wenn sie es wollten. Viele von ihnen werden illegal gnadenlos ausgebeutet, manche betteln auf der Straße, andere werden auch kriminell. Anerkannte Flüchtlinge sind sie nicht, Migranten aber eigentlich auch nicht wirklich. Bulgarien und Rumänien sind EU-Staaten und die Sinti und Roma, die EU-Bürger sind, können nach Deutschland mit dem gleichen Recht und der gleichen Freizügigkeit kommen, wie zum Beispiel Franzosen, Italiener oder Iren. Aber wir gehen anders mit ihnen um und sie sind auch anders und haben oft noch archaische und uns fremde Bräuche und Vorstellungen. Nicht nur Deutschland, die gesamte EU hat ein Problem mit dieser größten Minderheit in Europa. Ein großer Teil dieser Menschen zieht von Land, wird oft diskriminiert und vertrieben. Kein Land hat bis heute ein wirkliches Konzept, wie es mit ihnen umgehen soll.